Die zielgerichtete Auswertung einer Mitarbeiterbefragung

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Sie wollen wissen, was Ihre Mitarbeiter denken? Was ihnen gefällt und was sie sich wünschen? Mit welchen Argumenten Sie die Belegschaft von einer geplanten Neuerung überzeugen oder sogar dafür begeistern können? Fragen Sie sie!

Meine langjährige Erfahrung zeigt: Es kommt auf zwei Faktoren an, damit Sie erfahren, was die Leute wirklich denken. Stellen Sie zielgerichtete Fragen und anonymisieren Sie die Antworten.

Die richtigen Fragen stellen

Damit der Fragebogen kurz und knackig mit jeder Frage ins Ziel trifft, müssen Sie zielgerichtet formulieren. Sie kennen sicher die sinnlose Antwort „42“, welche die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ beantworten sollte (Douglas Adams: „Per Anhalter durch die Galaxis“). Definieren Sie Ihre Leitfrage konkreter: „Ist unser Prozess der Reisebeantragung und –abrechnung zu teuer?“, „Welche Verbesserungen bewirkte die neue Telefonanlage?“ oder: „Welche Schulungen brauchen unsere Führungskräfte?“

Verwandeln Sie dann diese offenen Formulierungen in konkretere Teilfragen wie: „Wie lange dauert das Ausfüllen eines Reiseantrags im Durchschnitt?“ und „Wie viele Reiseanträge erstellen Sie in pro Monat?“

Bevor der Fragebogen an alle geht, testen Sie ihn durch eine Pilotbefragung auf Verständlichkeit und Dauer. Und dann: Sollen wirklich alle 3000 Mann/ Frau jeweils 20 Minuten in den Fragebogen investieren? Das macht 1000 Stunden Arbeitszeit! Eine repräsentative Stichprobe könnte genügen. Länger als 20 Minuten sollte das Ausfüllen grundsätzlich nicht dauern. Je aufwändiger, umso weniger machen mit!

Anonymität garantiert

Können Sie Ihren Mitarbeiter/innen Anonymität garantieren? Nur dann werden sie ungeniert Kritik üben, auf Missstände hinweisen und Verbesserungsvorschläge spendieren. Es will keiner seinen Lebensunterhalt riskieren durch seine schriftlich abgegebenen Meinungsäußerungen.

Nicht nach dem Namen zu fragen, genügt leider nicht. Arbeitet beispielsweise in einer kleinen Abteilung nur eine einzige Frau, und Sie erheben Abteilungsname und Geschlecht, dann weiß diese Befragte, dass ihre Antworten auf sie zurück verfolgbar sind. Aber: Ist das Geschlecht überhaupt relevant? Wollen Sie untersuchen, ob Frauen ihren Reiseantrag schneller oder langsamer ausfüllen als Männer, oder welche Abteilung am meisten reist? Wenn nicht, dann erfragen Sie diese demographischen Daten erst gar nicht. Diese Reisekosten der Abteilungen kennt ohnehin die Buchhaltung.

Mitarbeiterbefragung: Auswertung von hinten planen

Planen Sie Ihre Umfrage vom Ergebnis her, damit Sie mehr als „42“ herausfinden. Üben Sie die Auswertung der Mitarbeiterbefragung anhand der Antworten aus dem Testlauf des Fragebogens. Dabei fällt Ihnen das eine oder andere noch auf. Zu schnell passiert es, dass eine Umfrage letztlich die Leitfrage nicht beantworten kann. Gerade bei einer anonymen Befragung können Sie nicht in einer zweiten Runde das Fehlende noch ergänzen, weil die neuen Antworten nicht mehr denen aus der ersten Runde zuordenbar sind. Eine vertane Chance!

Professionell vorgehen bei der Mitarbeiterbefragungs-Auswertung

Einen Fragebogen zu erstellen, das scheint eine passende Aufgabe für einen Werkstudenten zu sein. Dessen Arbeitszeit ist wenig teuer. Anders steht es jedoch mit der Zeit der Befragten. 30 Führungskräfte mal 20 Minuten machen 10 Stunden, also mehrere tausend Euro. Wollen Sie diese in den Sand setzen oder verlässliche Informationen erheben, auf deren Basis Sie Geschäftsentscheidungen treffen können?

Lassen Sie sich also bei Bedarf professionell unterstützen. Ein Statistiker kennt die verlässlichsten Fragestellungen für Ihren Zweck und wählt eine repräsentative Stichprobe. Er zieht mit wenigen Klicks aus Ihren wertvollen Daten verlässliche Schlussfolgerungen und übernimmt auch die Anonymisierung.

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Über den Autor

Ich bin Gründer von NOVUSTAT und berate Unternehmen bei statistischen Auswertungen und Analysen insbesondere bei Marktforschungsprojekten.

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