Marktforschung und BigData

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Die Verarbeitung emotionaler Informationen

 

In unserem jetzigen Zeitalter gibt es immer mehr Möglichkeiten, mit wenig Aufwand an unüberschaubar viele Daten und Informationen heranzukommen, die zudem auch noch sehr aktuell sind. Das Interesse, von diesen vorhanden Daten zu profitieren und daraus Vorteile für seine Entscheidungen zu ziehen, ist sehr groß!

Marktforschung BigData

Ein weiterer wichtiger Vorteil dieser Daten, sind ihre geringen Kosten. Allerdings sind die Kosten nur dann gering, wenn man sie ins Verhältnis zur Menge der Daten setzt, nicht aber, wenn man sie der Datenqualität gegenüberstellt.

Das macht das ganze BigData für Marktforschungsinstitute interessant. Aber was unterscheidet diese Daten von den Daten die erfragt oder beobachtet wurden? Wenn das die selben Informationen sind, warum kann man diese nicht genauso gut für die Entscheidungsfindungen heranziehen wie die erfragten Antworten?

Ich denke der größte Unterschied zwischen diesen, von Menschen erzeugten, Informationen/Daten sind die Emotionen.

Emotionen einzelner Menschen sind die große Herausforderung unserer Branche in der Zukunft.

Man hat in der Marktforschungsbranche immer wieder nach Möglichkeiten gesucht und auch erfolgreich Insturmente entwickelt, wie man die Meinung der Personen einfangen kann, ohne sie dabei zu beeinflussen. Nach Möglichkeit sollten die Daten immer neutral und emotionsfrei sein. Zahlen haben nun mal keine Emotionen. Auch wenn man die Emotionen der befragten Personen nicht komplett ausblenden konnte, konnte man schon mehr oder weniger die Beeinflussungen während der Informationssammlung verringern.

Wenn Personen von sich aus etwas erzählen oder veröffentlichen, erzählen sie immer emotionsbeladene „Geschichten“.

Unser Streben für die Zukunft sollte sein, dass wir aus diesen Geschichten, klare, emotionsfreie Fakten schaffen und somit eine Basis, um diese auszuwerten.

Die klassische Marktforschung hat bisher immer versucht, die Information sauber zu sammeln und zu erfassen, dieses wird in Zukunft leider nicht immer möglich sein, wenn man von BigData profitieren möchte.

D.h. wir müssen lernen, die beeinflussten und emontionsbeladenen Meinungen von Menschen mit viel oder wenig Vorbildung, mit unterschiedlicher Weltanschauung, von Experten wie von Laien besser zu bereinigen und somit eine Basis schaffen.

Egal wie groß BigData ist, auch wenn die Zahlen ins Unvorstellbare gehen: Das Wissen wird immer eine Mangelware bleiben.
Die Marktforschung muss anfangen, die Nadel im Heuhaufen zu suchen – und das bei allen zukünftigen Projekten!

 

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Über den Autor

Marktforscher Geschäftsleitung nhi² AG Initiator von mindticket.de

3 Kommentare

  1. Johannes Mirus am

    Sehr schön. So prägnant hat das bisher noch niemand gesagt. Big Data ist eben nicht gleich Big Wissen. Viel hilft nicht viel, wenn man nicht weiß, wie man a) die Nadel im Heuhaufen finden und sie b) interpretieren und bewerten muss.

  2. Alexandra Maus am

    Ja, da sind wir Marktforscher die CATI machen ganz vorne mit dabei. Gerade jetzt!
    Schön und gut dass es inzwischen Survey Tools gibt, die für Antworten auf Fragen Zugang gewähren zu z.B. Publishing Networks (Google + is ja wohl seriös..aber da gibts auch recht viel Schmuh).
    Okay die Leute beantworten diese Fragen, die das Tool stellt – nur man will den Kram ja auch auswerten hinterher- geht aber nicht wenn wichtige demographische Basisdaten fehlen. Und das ist das Problem – die fehlen oft. Diese schnell und billig generierten Daten sind oft nicht profund.

    Wenn man schlau ist kombiniert man beide Techniken miteinander und wird so auch aus den cheap Big Data überraschend präzise Ergebnisse bekommen =)))

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