Edward Appleton (Avery-Zweckform) über Mafo-Blogging und Social Media – ein Kurzinterview.

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Wir sind ständig auf der Suche nach neuen und interessanten Menschen und Beiträgen für die mafolution. Deswegen freuen wir uns sehr, dass wir Edward Appleton ein paar Fragen zum Thema Mafo-Blogging stellen durften.

Edward Appleton ist Senior Consumer Insights Manager bei Avery Zweckform in Oberlaindern. Er verantwortet das komplette Spektrum der Marktforschungsaktivitäten im europäischen Raum. Seit über 20 Jahren in der Insights Branche tätig, kennt Edward Appleton die Marktforschung von Institutsseite, Kundenseite und als Strategischer Planner großer Network-Agenturen. Er bloggt auf Research and Reflect regelmäßig über Marktforschungsthemen. Er ist Jazzfan und kocht leidenschaftlich gerne.

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Oliver Tabino: Herr Appleton, Sie bloggen auf Research and Reflect über Marktforschung. Aus welchen Gründen bloggen Sie?

Edward Appleton:  Ich suche gern einen aktiven Austausch mit anderen Marktforschern – von deren Erfahrungen profitieren, Ideen sammeln, Inspiration bekommen. Ich sehe auch häufig eine Kluft zwischen Agenturen und Auftraggebern – durch das Blogging versuche ich eine Brücke zu bauen, die Kundenperspektive darzustellen. Nur so können wir alle von den Chancen der Neuen Marktforschung profitieren. Last but not least: ich schreibe gerne!

Oliver Tabino:  Die Marktforschungs-Blogger sind nicht gerade zahlreich in Deutschland. Was ist Ihr Eindruck, woran liegt das?

Edward Appleton: Gute Frage. In Deutschland ist man meiner Ansicht nach relativ ängstlich in Sachen Social Media – das stimmt sicherlich auch für die Marktforschungsbranche. Zudem sind wir als Berufszweig eher konservativ – wieviele Marktforscher waren zum Beispiel letztes Jahr auf der Res:Republica in Berlin, die vielleicht wichtigste Blogger Konferenz in Deutschland? Wohl kaum einer. Wir laufen Gefahr, Chancen im Bereich Social Media zu verpassen – wie viele Marktforscher nutzen zum Beispiel wie aktiv ein Twitter Hashtag? Oder die Kürzeln RT nicht mal gehört haben. Der technologishe Fortschritt bietet Chancen, wir sollten weniger ängstlich damit umgehen. Last but not least: man muss sich als Mafo-Blogger privat engagieren wollen – abends, am Wochenende – der Zwang dazu existiert vom Arbeitgeber nicht.

Oliver Tabino: Glauben Sie daran, dass sich das in der Zukunft ändern wird? Werden die Social Media die Marktforschung verändern oder bereichern und falls ja wie?

Edward Appleton:  Ich bin Optimist – ich glaube schon, dass Social Media einen erheblichen Einfluss auf die Marktforschung haben wird. Nehmen wir Facebook: wenn man als Marke oder Firma sehr viele „Fans“ hat, wie auch immer man zu diesem Begriff stehen mag, kann man die als günstige Quelle für eher unkomplizierte Insights nutzen. Oder Pinterest: es bietet für die Insights-Generierung bei Innovationsprozessen einen völlig neuen Wert: man bildet schnelle Hypothesen, bekommt Ideen, sogar Inspiration. Alles umsonst.  Man muß nur ganz klar erkennen, welche Grenzen, welche inhärenten Restriktionen mit Social Media Mafo verbunden sind.  Die Skillsets, die wir methodologisch besitzen, müssen wir auf die neuen Insight Quellen übertragen. Um kurz auf das Thema Blogging einzugehen: ja, ich glaube das wird wachsen, nur viele die darin einen schnellen Vorteil suchen, werden enttäuscht. Man wird nicht übernacht Thoughtleader.

Oliver Tabino: Und nun noch zum Abschluss: Welche Blogs lesen Sie regelmäßig? Können Sie Blogs empfehlen? Was ist z.B. Ihr Lieblings-Blog?

Edward Appleton: Ich hole mir gerne Inspiration aus anderen Bereichen. Mein Lieblingsblog ist der von Seth Godin, ein Marketing-Experte in USA. Seine Blogs sind immer sehr kurz, meistens mit einer einzigen Botschaft, damit einprägsam. Ansonsten: die Harvard Business Review „Tip of the Day“ lese ich jeden Tag in der S-Bahn auf dem Weg in die Arbeit. Ich schaue auch immer gerne die GreenBook Blogs an – hier wird aus aller Welt über die diversesten Marktforschungsthemen heftig diskutiert, der Focus ist eindeutig auf neue Methoden. Last but not least: Ray Poynter schreibt regelmässig wertvolle Beiträge, die inhaltlich sehr ausgewogen sind.

In Kürze wird auch ein Beitrag von Edward Appleton zum Thema Mobile Research hier veröffentlicht.

 

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