Marktforschung, ein Instrument der Demokratie

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In einer Welt, in der von der Regierung faire Regeln festgelegt werden, um Wettbewerb zu schaffen und für die Entwicklung der Märkte zu sorgen, ist die Marktforschung unverzichtbar.

Es ist auch eines der wertvollsten Güter der Menschen, die Freiheit zu haben, mitgestalten zu können, eine Wahl zu haben, den Wunsch äußern zu können und etwas zu bewegen. Erst das gibt uns ein Gefühl der Zufriedenheit und des Wohlbefindens. Hat man keine Wahl, fühlt man sich nicht mehr frei und kämpft für diese Freiheit.

Die Markt- und Meinungsforschung ist ein Instrument, welches dem einzelnen Gehör verschafft.

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In einem fairen Umfeld ist diese Information über den Wunsch des Kunden für ein Unternehmen natürlich unbezahlbar. Jedes Unternehmen möchte erfahren: Was wünscht sich der Kunde oder welche Wahl möchte dieser haben? Was ist für den Kunden entscheidend?

Sind die vom Staat geschaffenen Rahmenbedingungen nicht fair, herrscht meistens keine Demokratie und der Markt wird in vielen Bereichen von (Staats-)Monopolisten bestimmt und besteht zu großen Teilen aus regierungsnahen Gruppierungen. Somit hat der Verbraucher keine Möglichkeit zu wählen oder seine Wünsche zu äußern.

Im Gegensatz zu diesem Szenario steht ein Umfeld, in dem jeder Mensch sowie jedes Unternehmen die Möglichkeit hat, mit jemandem in Konkurrenz zu treten und um die Gunst des Kunden oder jemandes anderen zu kämpfen. Damit werden sowohl die Wünsche der Anbieter als auch diejenigen der Nachfrager erfüllt. Beide Seiten haben die freie Wahl. Das wird wiederum schwierig, wenn die Anzahl der Mitbewerber und/oder der Nachfrage groß wird, oder wenn die Entscheidungen von vielen einzelnen Aspekten abhängen. In diesen Fällen kommen die Instrumente der Markt und Meinungsforschung ins Spiel.

Mit den Instrumenten der Marktforschung kann der Anbieter sehr schnell und zielgerichtet erfahren, welche Wünsche die Kunden haben und so sein Angebot anpassen. Mit den Instrumenten der Marktforschung ist es möglich, auch denen eine Stimme zu geben, die sonst nicht zu Wort gekommen wären. Und wenn jede Gruppe oder Interessengemeinschaft die Möglichkeit bekommt, sich zu äußern und mitzugestalten, handelt es sich um einen wesentlichen Teil der Demokratie nach der wir Menschen immer streben.

Jeder einzelne sollte seine Chance wahrnehmen und bei jeder Möglichkeit, wenn er gefragt wird seine Meinung kund tun, um diese Freiheit weiterhin zu behalten und seine Interessen durchsetzen.

Die Markt- und Meinungsforschung ist ein hervorragendes Instrument der Demokratie, welches von uns Verbrauchern intensiv zu Meinungsäußerung genutzt werden sollte!

Leider vergessen wir Menschen sehr schnell, wie wertvoll etwas ist, sobald es uns umgibt und alltäglich wird.

Während in einigen Ländern Menschen dafür kämpfen, die Wahl zu haben, sinkt die Wahlbeteiligung in den Ländern in denen die „Wahl zu haben“ selbstverständlich ist.

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Über den Autor

Marktforscher Geschäftsleitung nhi² AG Initiator von mindticket.de

6 Kommentare

  1. Sehr schön! Den Satz „Die Markt- und Meinungsforschung ist ein Instrument, welches dem einzelnen Gehör verschafft“ sollte der Slogan der Initiative Markt- und Sozialforschung werden. Es drückt viel besser aus, worum es bei Marktforschung wirklich geht: Nicht, ob ein Auto ein fünftes Rad haben sollte, sondern ob die Konsumenten es _wollen_.

    • Danke Johannes für Dein Kommentar.

      So oder so ähnlich hätte ich auch besser gefunden, aber wahrscheinlich hätte es keiner behalten…
      Das mit dem Auto geht einem einfach nicht aus dem Kopf 🙂

      • Florian Tress am

        Ein wunderbarer Artikel, vielen Dank! Irgendwie sieht man doch daran schön, dass die Kampagne Marktforschung vielleicht noch zu stark von der Unternehmensseite her denkt: Mafo hilft UNTERNEHMEN… (…keinen Unfug zu produzieren). Dein Ansatz ist es dagegen, Marktforschung vom Teilnehmer her zu denken: Mafo hilft MENSCHEN… (…sich Gehör zu verschaffen). Beides schließt sich zwar nicht aus, aber der gedankliche Umweg „Wenn es Unternehmen gut geht, geht es auch den Menschen gut“ ist IMHO häufig nicht glaubwürdig. Und selbst wenn, dann bleibt es immer noch ein mentaler Umweg…

        • Mein Gedanke geht mehr in die Richtung, dass wenn schon ein Unternehmen/Organisation sich für die Meinung der Kunden/Bevölkerung interessiert, sollte man als Befragter diese Chance wahrnehmen und seine Meinung äußern.
          Gefragt zu werden, ist etwas wertvolles

  2. Sebastian Götte am

    „Markt- und Sozialforschung ist angewandte Demokratie!“ – mit diesem Satz versuche ich seit Jahren die Skeptiker immer wieder auf die Bedeutung hinzuweisen, die unsere Arbeit hat (bzw. haben kann). Deshalb kann ich Farid nur uneingeschränkt zustimmen.

    Aber: Wir müssen das den Verbrauchern, nein: den Bürgern, wieder deutlicher vor Augen führen. Und dabei spielt ein Gedanke aus Farids Argumentation aus meiner Sicht die zentrale Rolle: Mittels Mafo und Sofo erhalten auch diejenigen eine Stimme, die nicht über ressourcenaufwändiges Mobilisierungspotenzial verfügen. Sprich: Auch Minderheitenmeinungen können so Gehör erhalten.

    Mein klassisches Beispiel ist das Thema Gemeinschaftsschule (auch wenn es eher Sofo als Mafo ist): In Hamburg wurde die Einführung dieser Schulform durch eine öffentlichkeitswirksame bildungsbürgerliche Mittelschicht von der Agenda geboxt, die ihre Kinder lieber weiter auf Gymnasien schicken wollte. Diverse Befragungen zeigen aber, dass die Mehrheit der Gesamtbevölkerung dieser Schulform positiv gegenüber steht. Mit Blick auf den Bildungsbias unter Befragungsteilnehmern müsste man also gerade denjenigen zurufen, die immer viel zu selten teilnehmen: Das ist Eure Chance, Euch Gehör zu verschaffen!

    Und auch aus demokratietheoretischer Sicht wäre allen geholfen (Bürgern, Unternehmen, staatlichen Institutionen), wenn die Ergebnisse unserer Befragungen wieder mehr Rückhalt bekämen.

  3. Pingback: MARKTFORSCHUNG, EIN INSTRUMENT DER DEMOKRATIE | farigam.de