Wann ist Facebook Content gut? Und welche Studien brauchen wir wirklich?

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Letzten Monat kam eine Studie von knallgrau zum Thema “Welche Inhalte funktionieren in Facebook” heraus.  Ich muss sagen, dass ich ganz neugierig war auf ein paar Einsichten im Hinblick auf ein gut gehütetes Geheimnis. Denn wer will nicht wissen, was auf Facebook funktioniert und warum…
Auch nach 15 Jahren Marktforschung habe ich irgendwie die Hoffnung nicht aufgegeben, dass frei erhältliche Reports echte “Insights” bereithalten. okay, kann man sagen, manche lernen es eben nie. Der geht dann auf mein Konto, selber Schuld.
Um es beim Namen zu nennen, ich war enttäuscht. Und dann habe ich mich gefragt, warum eigentlich? Was hat mich an der Studie enttäuscht? Und dann habe ich nochmal genauer nachgelesen…

Also 100 Facebook Seiten von Consumer und Retail-Marken wurden untersucht, 2.334 Facebook Postings aus einem Zeitfenster von 4 Wochen. 112.000 Fans pro Seite im Durchschnitt und 23,24 Positngs pro Seite in 4 Wochen bildeten den Rahmen… So weit, so gut…

Die Autoren stellen den sogenannten Viralitätsfaktor von Facebook Postings in den Mittelpunkt der Analyse. Der errechnet sich aus der Summe der Likes, Shares und Kommentare geteilt durch die Anzahl der Fans. Und je höher der Viralitätsfaktor ist, desto besser schneidet der Content der Seite und damit die Seite ab. Logisch, dass man dann diesen Faktor mal unter allerlei Perspektiven vergleicht.

Ich habe mal ein bisschen “cherry picking” gemacht…

1) Unternehmen, die seltener posten, erzielen einen höheren Viralitätsfaktor
2) Die besten Werte beim Viralitätsfaktor werden am Morgen und nach der Arbeit erreicht
3) Am besten geht es an Sonntagen, hohe Viralität
4) Postings, die mehr als drei Zeilen haben, erreichen geringere Viralitäts-Werte
5) Das Verwenden von Bildern erhöht den Viralitätsfaktor um satte 69%, das Posten von Videos erreicht eher das Gegenteil
6) Das direkte Ansprechen der Fans durch Fragen führt nicht zu einer Steigerung der Viralität. Auch direkte Aufforderungen erhöht die Viralität der Postings um weniger als 10%.
7) Emotionalität der Postings erzeugt einen deutliche höheren Viralitätsfaktor

Was ich verstanden habe ist, dass Facebook-Content, um geteilt zu werden, vor allem…
– interessant
– nicht langweilig
– emotional
– unterhaltsam
– nicht zu zeitaufwändig zu konsumieren
– zur rechten Zeit angezeigt
sein muss.

Das ist irgendwie nicht neu und seit Jahren gültig für jede Form der Ansprache / Werbung / Kommunikation. Warum hat eigentlich jemand gedacht, dass das bei social media content anders sein sollte?

Oder für Marktforschungsberichte und -präsentationen?

Abgesehen von der Tatsache, dass es von Zeit zu Zeit ganz gut ist, bekanntes Wissen zu bestätigen, hat diese Studie dann doch noch einen weiteren Nutzen für mich.

Wenn es wahr ist, dass Einfachheit einer Nachricht die Wahrscheinlichkeit um 92% erhöht, dass diese Nachricht geteilt wird, dass Konkretheit und auf den Punkt bringen die Wahrscheinlichkeit um 56% und Emotionalität um 64% erhöht…

Was heißt das eigentlich für unsere Reports und Präsentationen? Eine ganze Menge Luft nach oben, oder…

Vielleicht ist das der wichtigste “Insight” aus dieser Studie…

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Über den Autor

Marktforschung mit Leidenschaft mit jeder Menge Erfahrung wie Research für Marketing, Strategie und R&D nutzbar gemacht wird

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