Tipps und Tricks für den MaFo Blog – Florian Tress

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Seit kurzem hat Florian Tress von ODC ein neues MaFo-Blog. Und gleich die erste fünfteilige Serie „Gute Neujahresvorsätze für das Mafo-Web“ ist ein sehr gelungener Überblick über Sinn und Unsinn des Bloggens, über den Einstieg, Tools und Learnings.

Teil 3 beschäftigt sich mti konkreten Tipps und Tricks für den Einstieg als MaFo Blogger. Glaubt mir, es ist nicht wirklich schwer, man braucht nur ein dickes Fell 😉

Ich persönlich bin überzeugt, dass ein Blog – wenn er auch nicht zwangsläufig im Zentrum der Social Media Aktivitäten stehen muss – für die meisten Unternehmen am leichtesten umzusetzen ist und den unkompliziertesten Einstieg in die ganze Materie bietet. Der Grund dafür ist, dass man häufig nichts an den bisherigen Gewohnheiten, sondern nur an der Technik ändern muss, um erste Erfolge zu erzielen.

Die technischen Voraussetzungen
Geschätzte 95% aller Marktforschungsinstitute haben auf ihrer Homepage ohnehin schon eine Rubrik mit Pressemitteilungen, News, aktuellen Studien, Vorträgen oder Ähnlichem. Mit anderen Worten: Hier werden bereits aktuelle Nachrichten auf der Homepage angeboten; Material für einen Blog wäre also genug da. Es sind aus meiner Sicht also nur drei technische Funktionen notwendig, um solche Rubriken in einen leistungsfähigen Unternehmensblog zu verwandeln:

  • RSS-Feed RSS: Ein RSS-Feed ist eine automatisch erstellte Datei, die die jeweils aktuellsten Artikel des Blogs listet. Spezielle Programme, sog. Feedreader, können diese Datei auslesen und so erkennen, ob seit dem letzten Besuch ein neuer Artikel hinzugekommen ist. Ist dies so, werden die Nutzer des Feedreaders  automatisch über die Aktualisierung auf der Homepage informiert, ohne dass der Betreiber des Blogs etwas dazu tun muss. Ein RSS-Feed kann also die Reichweite von Unternehmensmitteilungen deutlich erhöhen.
  • Kommentarfunktion: Wenn Neuigkeiten von Lesern kommentiert werden können, verwandelt sich aus der Einbahnkommunikation plötzlich ein Dialog. Damit bekommt man leicher ein inhaltliches Feedback zu seinen Nachrichten und kann schneller Kontakte mit Interessenten knüpfen. Und genau darum geht es am Ende ja: mit potenziellen Kunden und Geschäftspartnern ins Gespräch kommen.
  • Social Media Anbindung: Bei den meisten Blogs ist das keine nennenswerte technische Funktion, für Unternehmen kann es aber einen großen Unterschied machen: Wenn eine neue Nachricht veröffentlicht wird, werden auch automatisch alle Profile in den Sozialen Netzwerken aktualisiert. Für die neuesten Blogartikel wird also automatisch auf Facebook, Twitter, LinkedIn, u.Ä. geworben. Durch die Nutzung unterschiedlicher Kanäle erhöht man nicht nur die Reichweite seiner Nachrichten, sondern schafft gleichzeitig die Vorraussetzung, dass sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreiten kann.

Fassen wir zusammen: Es spricht nach wie vor nichts dagegen, einen Newsletter, eine Pressemitteilung oder Kundenzeitung auch per Email zu versenden. Ein Blog (man muss ihn ja nicht einmal so nennen) kann die Reichweite solcher Aktionen aber dramatisch erhöhen. Man erreicht über die Social Media-Anbindung mehr Leute als vorher und gibt ihnen über RSS-Feeds die Chance, selbständig am Geschehen zu bleiben. Über die Kommentarfunktion kann man die Kontaktaufnahme mit diesem Publikum erleichtern. Der Aufwand für die Umstellung ist vergleichsweise gering, denn meistens wird das bestehende CMS diese Funktionen ohnehin schon bieten können. Ansonsten empfehle ich WordPress, weil diese Software nicht nur leistungsstark, sondern auch einfach zu bedienen ist (zum selber hosten oder kostenlos bei WordPress).

Den Blog gezielt einsetzen
Erst in einem zweiten Schritt kann man sich als Unternehmen Gedanken machen (muss aber nicht), ob der Blog nicht auch eine Plattform für weitere Inhalte sein kann. Dieser Schritt ist im Gegensatz zur technischen Umstellung nicht nur einmalig, sondern erfordert eine Veränderung der Gewohnheiten und Routinen. Hier muss auch jeder Blogger selbst entscheiden, was er mit seinen Beiträgen bewirken möchte, wie der Blog zur Unternehmensphilosophie oder Marketingstrategie passt. Ich möchte hier lediglich einige Anhaltspunkte geben, worüber man in einem Blog schreiben kann:

  • Berichte von Veranstaltungen: Andere Teilnehmer der Veranstaltung werden solchen Berichten besondere Aufmerksamkeit schenken, alle anderen Leser bekommen einen positiven Eindruck vom fachlichen Engagement des Marktforschers.
  • Neue Methoden / Forschungstechniken: Nicht immer reicht eine gute Idee für einen ganzen Vortrag oder Fachartikel. Der Blog ist eine gute Möglichkeit, dass solche Ideen nicht in der Schublade verschwinden, sondern trotzdem mit einem Fachpublikum diskutiert werden können.
  • Kommentare zu Branchennews / Repliken: Wer die kontroversen Themen der Branche kommentiert, hat die Chance, mit seiner Meinung Einfluss auf die Entwicklungen zu nehmen, Allianzen zu schmieden und gemeinsam stärker zu sein.
  • Darstellung von Problemen: Man muss nicht unbedingt inkompetent wirken, wenn man ein fachliches Problem auf den Punkt bringen kann, ohne dafür schon eine Lösung zu haben. Im Gegenteil kann es wesentlich schlimmer sein, sich einer Problematik zu verschließen oder sie gar nicht zu bemerken. Mit dem Blog kann man aber einer Öffentlichkeit anbieten, an der Lösung eigener Probleme mitzuarbeiten.

Mit einem Blog kann man in der Marktforschung sicherlich noch ganz andere Dinge anstellen, aber entlang dieser Themen kommt man sicherlich ganz gut in die Praxis rein.

Ich würde mich freuen, bald neue Blogs in der Marktforschung kennenlernen zu dürfen!

Ich übrigens auch!!!

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Über den Autor

Marktforschung mit Leidenschaft mit jeder Menge Erfahrung wie Research für Marketing, Strategie und R&D nutzbar gemacht wird

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