Listening to the MaFo Web… – Florian Tress

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Seit kurzem hat Florian Tress von ODC ein neues MaFo-Blog. Und gleich die erste fünfteilige Serie „Gute Neujahresvorsätze für das Mafo-Web“ ist ein sehr gelungener Überblick über Sinn und Unsinn des Bloggens, über den Einstieg, Tools und Learnings.

In Teil 4 lernen wir, wie man die ersten Hürden im MaFo-Web spielend überbrückt. Passive Teilnahme ist erstmal einfacher als aktive, macht aber nicht so vile Spaß!

Dem Social Web hängt nach wie vor der (ungerechtfertigte) Ruf an, nur etwas für Selbstdarsteller zu sein. Doch nicht jeder Marktforscher drängt in die Öffentlichkeit und möchte etwas von sich Preis geben. Heute möchte ich einige einfache Techniken vorstellen, wie man vom MaFo-Web durch bloses Zuhören bzw. Mitlesen profitieren kann (auch wenn die ganze Sache natürlich vom aktiven Mitmachen lebt).

Wie funktionieren RSS-Abonnements?
Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenige Menschen mit RSS-Feeds umgehen können. Dabei ist die Technik absolut einfach und trotzdem ziemlich lohnend. Ich glaube, dass uns Bloggern diese Technik so geläufig ist, dass wir meinen, sie gar nicht mehr erklären zu müssen. Ich probiere es trotzdem einmal:

Dass Sie eine Seite abonnieren können, erkennen Sie immer an diesem Zeichen . Wenn Sie eine Seite abonnieren, werden Sie immer benachrichtigt, wenn diese Seite aktualisiert wird. Sie brauchen diese Seite also nicht mehr selbständig zu besuchen, um nachzusehen, ob es etwas Neues gibt, sondern werden direkt benachrichtigt.

Um eine Seite überhaupt abonnieren zu können, benötigen Sie einen sog. Feedreader – also ein Programm, das Ihre Abonnements verwaltet und Sie bei Neuigkeiten benachrichtigt. Einige geläufige Programme, die Sie als Feedreader einsetzen können ist Outlook, Google Reader oder die Freeware Feedreader. Ich persönlich bevorzuge den Google Reader, aber das muss jeder selbst entscheiden. Für jemanden, der den ganzen Tag Outlook offen hat, mag diese Lösung besser sein.

Klicken Sie nun einmal auf das Symbol um zur Adresse des Feeds zu gelangen (also  http://www.forschungsfront.de/feed/). Diese Adresse benötigen Sie für Ihr Abonnement (keine Sorge, wenn die Seite im Browser merkwürdig aussieht). Kopieren Sie die Feed-Adresse einfach aus der Browserzeile, und fügen Sie sie in ihrem Feedreader hinzu (Im Google Reader gibt es dafür einen dicken, roten Button: ABONNIEREN). Herzlichen Glückwunsch, Sie haben die Seite abonniert!

Keine Angst, wenn Sie mehrere Abonnements gleichzeitig haben – ich zum Beispiel habe zur Zeit 338 Seiten abonniert und kann beim besten Willen nicht alle Neuigkeiten lesen, die jeden Tag auf mich einprasseln. Genau das kann ich aber bei einer Tageszeitung auch nicht. Und so gehe ich Tag für Tag wie bei einer Zeitung durch die Überschriften und lese am Ende nur die Texte, die mich auf Anhieb ansprechen. In jedem Fall habe ich aber jeden Tag die aktuellsten News  zu den unterschiedlichsten Themen, genau auf meine Interessensgebiete zugeschnitten.

Wie finde ich Blogs, die mich interessieren?
Um interessante Blogs zu finden, die man zu seinen Abonnements hinzufügen kann, gibt es verschiedene Techniken:

  • Suchmaschinen: Eine ganze Reihe von Suchmaschinen sind darauf spezialisiert, Blogs zu durchsuchen, und so möglichst aktuelle Ergebnisse zu bekommen; z.B. Icerocket, Technorati oder Google Blogs.
  • Blog-Verzeichnisse: Neben den Suchmaschinen gibt es auch Blog-Verzeichnisse, die gängige Blogs in Rubriken listen, z.B.: Bloggerei oder Blogalm. Darüber hinaus gibt es für die Marktforschung auf ResearchVibes viele gute Tipps.
  • Blogroll: Viele Blogs haben eine sog. Blogroll, d.h. eine Sammlung von Links zu Blogs, die vom Blogautor empfohlen werden.

Wie kann ich mit Twitter zuhören?
Bei Twitter kann man beliebig vielen Teilnehmern zuhören (Follow), und damit ihre Beiträge quasi “abonnieren”. Wann immer die Twitteristi etwas neues schreiben, erscheinen ihre Nachrichten wie bei einem Newsticker ganz oben. Das Besondere an Twitter: eine Nachricht darf nur 140 Zeichen haben. Das reicht gerade für die Überschrift und den Link zum Artikel. Oder ein ganz wirklich kurzes Statement.

Wie bei den RSS-Feeds muss man als Leser auch hier selektiv vorgehen. Wenn eine Überschrift interessant ist, kann man dem Link folgen, ansonsten lässt man die Nachricht unbeachtet an sich vorüberziehen. Das besondere an Twitter ist jedoch die Möglichkeit, interessante Nachrichten an die eigenen Abonnenten (Follower) weiterzureichen (retweeten). Durch diese Weiterempfehlungen kann sich eine gute oder wichtige Nachricht wie ein Lauffeuer in kürzester Zeit unbegrenzt verbreiten.

Fazit
Während XING und andere Netzwerke den grundsätzlichen Anspruch haben, zumindest die wirklichen Beziehungen online abzubilden, sind sowohl Twitter als auch RSS-Feeds vollkommen offen. Hier kann man Marktforschern zuhören bzw. von ihnen lesen, denen man in der wirklichen Welt noch nie begegnet ist und etwas vollkommen neues erfahren. Deshalb sind RSS und Twitter zwar lange noch nicht die einzigen Möglichkeiten im Social Web, aber sie bieten den deutlichsten Mehrwert im Vergleich zu Offline.

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Über den Autor

Marktforschung mit Leidenschaft mit jeder Menge Erfahrung wie Research für Marketing, Strategie und R&D nutzbar gemacht wird

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