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Marktforschung mit Leidenschaft mit jeder Menge Erfahrung wie Research für Marketing, Strategie und R&D nutzbar gemacht wird

4 Kommentare

  1. Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht sicher, ob Twitter jemals in der Mafo eine ernst zu nehmende Rolle spielen wird. So sehr ich den Microblogging-Dienst mag & schätze … aus meiner Sicht sind die methodischen Probleme zu groß.

    Die viel gelobte „Safttante“ (http://twitter.com/safttante , eine mittelständische Unternehmerin, die via Blogging und Twitter nennenswerten Absatz der Produkte ihres Unternehmens generiert) fragt in regelmäßigen Abständen in ihre Follower-Runde, was man zu diesem oder jenem Thema meint. Die Antworten werden dann 1:1 übernommen und für „Volkes Meinung“ erklärt – gruselig!

    Chancen sehe ich eventuell in der qualitativen Mafo, so etwas wie weniger kontrollierte Gruppendiskussionen mit Quereinsteigern oder asynchrone Erhebungen, wie sie heute auch schon in der qualitativen online-Forschung üblich sind. Aber ob dies wirklich Vorteile gegenüber den heutigen Methoden hat? Dazu fehlt mir heute noch die Phantasie.

    Bin gespannt auf weitere Meinungen!

  2. Ich glaube auch nicht, dass das was Valides wird, werden kann. Vielleicht ein revenue-stream für twitter selber 😉

    Neben der ganzen Diskussion über die fehlende Sauberkeit der Stichprobe und die Anforderungen an eben diese gebe ich noch etwas zu bedenken.

    Wir kennen doch gar nicht den Kontext, in dem die Leute twittern. Machen die das gerade zum Spaß, wollen die angeben, sich für jemand anderes ausgeben, oder spielen sie gerade die Rolle ihres eigenen alter ego?
    Nur wenn ich das weiß, kann ich die Bedeutung von Tweets einordnen und den Ergebnissen Bedeutung zuweisen.

    Sicher ist das in einer Gruppendiskussion auch nicht 100% gegeben, ebenso wenig in einem quantitativen Online-Survey. Aber beim microblogging ist diese „Schiefe“ (noch) am deutlichsten ausgeprägt.

    Oder?

  3. Politiker und große Unternehmen geben teilweise viel Geld aus für Clipping-Dienste (immer noch überwiegend im Print-Bereich). Auch im Web-Monitoring wird Twitter häufig mit in die Analysen einbezogen (im Gegensatz zu Facebook oder anderen „geschlossenen“ Netzwerken, wo dies aus gutem Grund nicht möglich ist).

    Hier sehe ich durchaus interessante Ansätze, zumal die Twitterer ja häufig auch als „lead user“ gesehen werden. Jetzt könnte man natürlich darüber streiten, ob quantitative und qualitative Auswertungen von Twitter-Einträgen zur klassischen Marktforschung gehören, in meinem Lehrbuch für sozialwissenschaftliche Methoden zählten Inhaltsanalysen immer dazu und auch die Nachfrage nach diesen Dienstleistungen ist vorhanden.

  4. Ich finde den Punkt sehr, sehr richtig, Florian (ich duze einfach, okay?).

    Er macht nämlich den Unterschied deutlich zwischen dem sehr nützlichen Zugang zu all den Informationen, die sekündlich verbreiter werden, auf der einen und einem Versuch die derzeitige Gruppe der „Twitterer“ als irgendwie zu klassifizierende homogene Gruppe zu beschreiben, auf der anderen Seite.

    Für ersteres sind inhaltsanalytische Methoden und Verfahren auch m.E. eine gute Wahl und es spricht wirklich nichts dagegen den generierten Content zu strukturieren und zu analysieren.

    Meine Skepsis bezieht sich auch eher auf den zweiten Teil. Auch hier sehe ich eine Nachfrage. Aber da muss unser Anliegen sein die Dinge, die methodisch und inhaltlich zumindest schwierig sind, beim Namen zu nennen.