Das Ende der Marktforschung 2029! Zu viel Phantasie oder ist da mehr dran?

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Anfang des Monats las ich hier einen interessanten Beitrag von Ted Morris (ein amerikanischer Markenexperte, dessen Name mir bislang nichts gesagt hat). Es geht dabei um die Zukunft der Marktforschung, wie die Marktforschung im Jahre 2029 aussehen kann.

Ted Morris sieht ein Ende der Marktforschung, so wie sie jetzt besteht, innerhalb der nächsten 10 – 20 Jahre. Den Hauptgrund dafür sieht er darin, dass sich die Voraussetzungen für MaFo so schnell und drastisch verändern, die Branche darauf aber nur langsam reagiert.

Interessant und sehr wichtig finde ich die Rolle, die er dem Bereich Marketing und Kommunikation zuweist. Nicht, dass ich dafür eintrete, dass „die Marktforschung“ alles so machen muss wie „die Werbung“. Aber ein wenig Orientierung für die Marktforschung geben Managemententscheidungen der Werbe-Netzwerk-CEOs doch, schließlich hängen auch wichtige Marktforschungsplayer in diesen Networks (z.B. WPP).

Und noch aus einem anderen Grund wird es für die Marktforschung immer wichtiger die Entwicklungen der (Werbe-)Agenturlandschaft zu beobachten, denn schließlich sind sie entweder selbst Einkäufer und Nutzer von Marktforschungsleistungen oder ebenfalls Dienstleister der MaFo-Kunden.

Marktforschung braucht Veränderungen und muss mit den Veränderungen in der Dienstleister- und Kundenlandschaft gehen, das Ganze jedoch ohne die Kernleistungen zu vergessen oder dem goldenen Kalb Internet hinterherzurennen, oder?

Was m.E. auf jeden Fall für uns alle gilt, ist der folgende Satz: “This current recession / depression is a good time to us to rethink, retool, and re-launch.”

In diesem Sinne freue ich mich auf einen interessanten Austausch!

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Über den Autor

Marktforschung mit Leidenschaft mit jeder Menge Erfahrung wie Research für Marketing, Strategie und R&D nutzbar gemacht wird

2 Kommentare

  1. An die Prognose von Ted Morris „In 2029 ist die Marktforschung tot, RIP“ glaube ich so nicht.

    Die diesjährige Research and Results Messe hat gezeigt: Es gibt eine hohe Awareness für die aktuellen Herausforderungen, und es gibt eine ganze Reihe von viel versprechenden neuen Ansätzen!

    Dennoch bin ich der Meinung, dass wir Marktforscher uns viel mehr einmischen müssen, wenn wir die aktuellen Herausforderungen erfolgreich meistern wollen. Warum?

    In der Vergangenheit waren Marktforscher die Hüter eines einzigartigen Schatzes: Der Verbrauchermeinung.

    Heute ist es vermeintlich einfach, diesen Schatz zu heben. Eine Armada von Goldgräber-Bots durchstreift permanent das Netz auf der Suche nach ergiebigen Minen. Und sie finden immer etwas.

    Aber ob es Gold ist, was da glänzt, oder Katzengold … das werden wir alle erst peu á peu herausfinden.

    In diesem Sinne sollten gerade wir Marktforscher dabei helfen, die Tools der Zukunft so zu gestalten, dass unsere Kunden mit ihnen die wahren Schätze finden und heben können!

  2. Danke für deinen Kommentar. Ich glaube auch, dass Du Recht behältst, Bettina. Nur, die MaFo muss aufpassen, dass sie diejenigen bleiben, die erstens beurteilen, ob es echtes oder Katzengold ist (schönes Bild!) und zweitens diejenigen sind, die dann daraus die Armreifen und Amulette für ihre Kunden schmieden. Denn Finden allein, das wird nicht mehr reichen, soweit bin ich mir ziemlich sicher…